Bastard Student from Hell #2
Woche A2
Jäh werde ich aus meinem morgendlichen Dämmerschlaf in der S-Bahn gerissen. Gegenüber von mir sitzt ein mit seinem Handy laut parlierender Armaniträger mit einer Tasche aus handgegerbtem japanischem Nondaiileder, das aus der Vorhaut vorderasiatischer Schambiber gewonnen werde, so wie er seinem Geschäftspartner per Handy gerade begeistert mitteilt.“Na warte!” denke ich gerade und überlege kurz, ob ich mich jetzt meinem Jähzorn hingeben soll, doch dann erinnere ich mich an meine Vorkehrungen, die ich für so einen Fall getroffen habe. In einer etwas größeren Aktentasche, die oben auf dem Gepäckgitter ihr Dasein fristet, habe ich eine etwas größere Batterie plus extrastarkem Elektromagnet installiert, der per Fernsteuerung aktiviert werden kann. Hüstelnd stehe ich auf und schiebe die Tasche in einem unbeobachteten Moment direkt über unseren Geschäftsmann.
Mit einem leichten Grinsen setze ich mich wieder auf meinen Platz und drücke auf die Fernbedienung in meiner Hosentasche. Ein kurzes Summen ertönt und – nein wie schade – sämtliche Unterhaltungsgeräte einschließlich Handys sind im Radius von 5 m für immer unschädlich gemacht.Mein Freund gegenüber schaut etwas verdutzt als die Stimme seines Partners kurz verzerrt wird, dann ganz verstummt und das Handy seinen Geist aufgibt. Wärend er sprachlos sein Handy schüttelt um so Mitleid bei den anderen Fahrgästen zu erheischen, lehne ich mich entspannt zurück und schließe die Augen. Leise vor mich hinschlummernd überlege ich noch, wie wichtig Schlaf für eine ausgeglichene Psyche ist…
