Abgebloggt

Mist, schon wieder rückfällig geworden. Die vom Kaffee festklebenden Kekskrümel auf der Tastatur wirken beim Tippen wie eine Fingerreflexzonennassage. Ich entspanne mich. Mein Therapeut meinte zwar, wir wären aus dem Gröbsten heraus, aber ich kann diese Plagiatsvorwürfe nicht auf mir sitzen lassen. Zugegeben, ich habe hier die ein oder andere Zeile mir “geguttenborgt”, aber jeder, der schon einmal selbst an einer Doktorarbeit gesessen hat, weiß, wie viel Arbeit es bedeutet, die kopierten Schnipsel mit einer einheitlichen Formatierung zu versehen. Wenn sich Karl-Theodor es nur etwas raffinierter angestellt hätte. Er hätte alle kopierten Stellen einfach einige Jahre im Voraus im Internet unter seinem Namen in eigenen Artikeln veröffentlichen sollen. Diese Artikel hätte niemand so schnell überprüft. Hätte er danach erst seine Doktorarbeit veröffentlicht, hätte er auf sich selbst referenzieren können.
Das ganze müsste sich eigentlich auch in eine Geschäftsidee gießen lassen: Eine Agentur, die Quellenwäsche betreibt. Für blütenweiße Zitate. Vielleicht gäbe es dann auch soetwas wie eine Fußnoten-Mafia. Auf einem Autobahn-Rastplatz erfolgt dann die Übergabe:
“Gulio, hast Du die Ware?”
“War gewesen schwere Arbeit. Wo iste Gelde?”
“Hier.”
“Okay, damit isse diese kleine Schritt fur mich und große Schritt fur Menschheit Zitate von Ihnen.”
Ein neuer Auftrag wird in einem Umschlag überreicht. Leise flüstert der Auftraggeber: “Ich möchte, dass es wie ein Selbstwort aussieht!”

~ von n8mare am Februar 22, 2011.

Kommentar verfassen

Please log in using one of these methods to post your comment:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

 
Follow

Get every new post delivered to your Inbox.